Google weiss doch nicht alles

11. September –

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Bei den momentanen Temperaturen kann gut im Zelt übernachtet werden.

Was sich gestern bereits angedeutet hatte, wurde heute zur veritablen Krise.

Die redselige Dame von Google-Maps bekam nach diversen Vorfällen gestern und heute im Laufe des Tages Sprechverbot. Und das wird auch so bleiben ! Dazu später mehr.

Der Tag startete spät, denn das bestellte Baguette war erst mit Ladenöffnung um 8:30 Uhr verfügbar. Camper haben offenbar einen entspannten Tagesstart.

Insgesamt sieben Fernradler waren auf dem Camping, so auch ein deutsches Paar welches von Genf bis ans Mittelmeer fährt.

Alle finden sich an der Bar bei der Rezeption ein, verspeisen Baguette oder Croissants und trinken Kaffee, da die Bar zum Glück geöffnet hat. Erst um Viertel nach 9 Uhr komme ich los.

Bis gegen Mittag sind erst 30 km, aber bereits 500 Höhenmeter zurückgelegt. Dies Dank diverser falscher Ansagen vom „Fahrradnavi“ von Google-Maps, das mich zwar löblicherweise von den Hauptstrecken wegschickte, ich aber mehrmals auf nicht fahrbaren Grobsteinwegen landete.

Da liegt ein strukturelles Problem vor. Von oben sind aus dem Satelliten durchaus Wege erkennbar. Und offenbar digitalisieren Computer und Kohorten von Indern das entsprechend, nur das Ergebnis ist unbrauchbar. Ich habe daher der Dame von Google die Freundschaft gekündigt, auch weil sie mich an den unmöglichsten Stellen zutextet. Oder Wege und Abzweigungen sieht wo gar keine sind.

Ich fahre jetzt wieder ganz „Old-School“ per Michelin-Karte,  Wegweiser, Sonnenstand und dem „inneren Navi“. Erst wenn ich nicht mehr weiter weiss wo ich bin, dann wird Google – Maps und das GPS konsultiert.

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Heute am wegesrand: 3x Citroen DS, schon unrettbar zugewuchert. Der Peugeot 505 hinter dem Palettenstapel (erkennbar an der eckigen Scheinwerferaussparung) ist ebenfalls unrettbar verloren. Der könnte heute noch in Westafrika fahren….

 

Punkt 12 Uhr war ich am Lac de Paladru, ein beschaulicher See der plötzlich vor mit auftauchte.  Da das Strandbad am östlichen Seeende auf hatte, nutzte ich hier die Gelegenheit zum Bad im angenehm erfrischend kühlen Wasser.

Bereits am Vormittag verließ ich das Departement Savoyen in Richtung Isere.

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Letzter Blick zurück zu den Savoyer Alpen

Langsam wird im Laufe des Nachmittags die Alpenkulisse kleiner, dafür wird hinter dem Rhonetal im Westen das Zentralmassiv immer klarer sichtbar.

Einen Stempel für den Pilgerpass zu bekommen ist heute schwierig bis unmöglich, denn die Kirchen waren alle verschlossen,  Pfarrbüros gibt es in der Tristesse der französischen Diaspora ohnehin nicht und Touristenbüros gibt es auf dem flachen Land auch nicht.

Nach 88 km und 900 Höhenmetern ist heute Schluss. Ich finde ein einfaches Quartier in einem Pilgergasthof in Revel- Touran. Übernachtung mit Abendessen (Omlette mit Salat und danach Käse) und Frühstück für 45 € (Einzelzimmer, keine Massenunterkunft).

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