Höhencamping

12. September –

IMG_20180912_095330
Ehrfurcht gebietend erhebt sich im Westen das Zentralmassiv hinter dem Rhonetal.

Das Fenster stand die ganze Nacht offen. Erst gegen Morgen kam angenehme Kühle herein.  Als Frühstück gibt es das, was der Franzose unter einem Frühstück versteht, nicht mehr und nicht weniger.

Trotzdem komme ich früh los, aber die beiden Fusspilger, die ebenfalls hier nächtigten, haben mich nochmals um eine Stunde unterboten.

Um auf den Straßen der niedrigsten Kategorie fahren zu können, nehme ich auch heute manchen Umweg und manche Extra-Steigung in Kauf.

IMG_20180912_112843__01
Die Kathedralen der Gegenwart als französische Spezialität sind im Rhonetal unübersehbar.

Eigentlich geht es bis zur Rhone nur bergab, aber bis ich unten bin, habe ich trotzdem 300 Höhenmeter hinter mir. Kilometerlange Abfahrten mit wenig Gefälle heben dennoch die Laune, denn die unter Mühsal und Schweiss erkämpfte Höhe wird so maximal genutzt und nicht weggebremst.

Nach der Rhoneüberquerung (180 m Seehöhe) geht es in das Zentralmassiv und nur noch bergauf.

Zum Glück meist nur so stark, dass ich nicht absteigen und schieben muss.

Im Laufe des Nachmittages und ist die erste Passhöhe (680 m) geschafft. Die Abfahrt hinunter nach Bourg- Argental (520 m) ist ein Kinderspiel, aber die Felgen sind unten gut handwarm.

IMG_20180912_170803__01
Das vor meinem Pilger-Mini-Chalet ist keine türkische Fahne, sondern ein unglücklich platzierter Werbeschirm einer Eiskremfirma.

Ich bin aber noch gut drauf und melde mich 10 Kilometer weiter auf einem Camping an.

Das telefonische Voranmelden im Laufe des Nachmittags  bewährt sich zunehmend,entspannt den Prozess der Herbergsuche ungemein und macht den Kopf in der zweiten Tageshälfte frei.

Noch einmal geht es im Schlussanstieg hoch auf über 800m.  Ich mache dies heute gern, weil ich morgen in Le Puy, einem alten Pilgerort, sein will. Und was ich heute noch schaffe, muss ich morgen früh nicht beim Etappenstart abstrampeln.

Screenshot_20180912-204145__02
Keine Sorge, es bleibt noch genug an Höhenmetern übrig für morgen. Das morgige Höhenprofil bis nach Le Puy sieht immer noch giftig genug aus.

Am Ende des Tages sind es 80 km und über 1200 Höhenmeter. Ich bekomme ein kleines Pilger- Chalet und habe dieses exklusiv für mich, da keine weiteren Pilger heute hier sind.

Spät am Abend tröpfelt es ein wenig. Das war es dann auch schon mit Regen in den letzten 10 Tagen.

Werbung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s