Auf der Eisenbahn nach Le Puy

13. September –

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Angenehmes Fahren auf aufgelassenen Eisenbahnstrecken

Es kommt erstens immer anders und zweitens als man denkt. Einerseits dachte ich, dass ich mit den am Vortag berechneten Kilometern und Höhenmetern nach Le Puy kommen werde.

Dass es wieder in beiden Kategorien wesentlich mehr wurden, liegt daran, dass ich wieder einmal spontan auf Nebenstraßen auswich.

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Blick von der ehemaligen Eisenbahntrasse, heute ein Radweg. Gut zu erkennen der gebirgige Charakter des Zentralmassivs.

 

 

 

 

 

 

 

Der Tag begann nach Plan, indem ich den Rest des Passes auf gut 1000 m hoch fuhr. Nicht auf dem Zettel hatte ich aber längst aufgegebene Eisenbahntrassen, die mir heute mehrmals das Leben erleichterten. Insgesamt 25 km legte ich auf diesen ehemaligen Eisenbahntrassen heute zurück.

Wenn ich es mit entsprechendem Vorwissen und Planung ausgereizt hätte, dann hätte ich heute ca. 40 km auf alten aufgelassenen Eisenbahntrassen zurücklegen können.

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Der Chor der Kathedrale in Le Puy hat etwas maurisches an sich, im Hintergrund die schwarze Madonna

Es sind längst und teilweise schon in den 1930er Jahren aufgegebene Strecken. Aufgrund der engen Kurven waren es vermutlich Schmalspurstrecken die bis zu ca. 2,5% Steigung/ Gefälle haben.

Ein solches Gefälle bringt mich von Yssingeux durch eine wildromantische und gottverlassene Gebirgsgegend 12 km am Stück hinunter in Richtung Le Puy (siehe Beitragsbild). Nur gelegentlich muss ich den Bremshebel betätigen. Ansonsten rollt es kräftesparend auf diesem Streckenstück (siehe Beitragsbild).

Le Puy erreiche ich trotz „Eisenbahnhilfe“ aber erst gegen 18 Uhr.

Der erste Eindruck von Le Puy war enttäuschend. Vierspurige Schnellstrassen, riesige Gewerbesteppen an der Peripherie, dann die üblichen, mehrstöckigen Wohnsilos.

Vor meinem geistigen Auge hatte ich mir eine mittelalterliche Stadt vorgestellt in der die Zeit ein wenig stehen geblieben ist.

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Wie im Mittelalter

Aufgrund der späten Ankunft und meines etwas abgekämpften Zustandes gönne ich mir heute etwas „Normales“, eine Hotelübernachtung, also ohne Schlafsack, kollektiven Sanitäranlagen etc.

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Die Marienstatue, die Altstadt und Kathedrale überragt.

Standesgemäß quartiere ich mich ein im „Hotel de Saint Jaques“ direkt an der Altstadt.

Nach Dusche, Rasur und Kleiderwechsel bin ich in der Zivilisation angekommen, erkunde die Altstadt und gehe hinauf zur Kathedrale.

In der Altstadt ist viel los, es findet so etwas wie ein mehrtägiges Mittelalter- Festival auf den Strassen statt.

Viele Menschen tragen mittelalterliche Kleidung, es gibt Musik, Theater und Handwerkerstände. Alles harmoniert mit den alten Mauern und Gebäuden der Altstadt.

88 km und 1220 Höhenmeter waren es heute, deswegen ziehe ich mich alsbald aus dem Trubel zurück.

 

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