Mir drei Tropfen Öl nach Dänemark….

17. September  –

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Fast wie im Donautal, das Lot-Tal.

– Offenbar habe ich aus heutiger Sicht einige Dinge zu viel eingepackt. So auch den ganzen Fahrradkram, obwohl schon spartanisch und minimiert.

Alles was bisher notwendig war, war ein wenig Öl an den Umlenkröllchen des hinteren Kettenwerfers. Die momentan zurückgelegte Strecke entspricht der von zu Hause bis nach Dänemark oder wahlweise nach Neapel, oder eben bis in das Tal des Lot.

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Einsame, ebene und verlassene Straßen im Lot – Tal.

A propos Dänemark: sogar noch flacher als dort ist es im Tal des Lot. Auf den ersten 40 Kilometern heute ging es gerade einmal 36 Meter bergauf.

Das ist weniger als einen Meter pro Kilometer. Oder schon Rauschen und Messetoleranz.

An der Nordsee würde durch Deichquerungen vermutlich mehr zusammen kommen. Das nenne ich ausgleichende Gerechtigkeit nach den Mühen im Zentralmassiv.

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Schlicht, die Kathedrale von Cahors mit ihren mächtigen Kuppeln

Trotzdem gilt es nun nach 170 Kilometern Abschied zu nehmen vom lieblichen und flachen Lot- Tal. Die Jura-Felsen dort haben große Ähnlichkeit mit dem Donautal.

Bis zum Mittag habe ich Cahors (siehe Beitragsbild) erreicht, eine mittelgroße Stadt mit Krankenhaus, weiterführenden Schulen usw. Oberzentrum würde man bei uns sagen.

Zur Mittagszeit ist richtig Leben auf den Straßen. Was man vom flachen Land nun gar nicht behaupten kann. Dort herrscht in den wenigen Dörfern, Tristesse, Leerstand und Überalterung.

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Ankunftsbier in Lauzerte

Nach dem Besuch der Kathedrale esse ich in einem indonesischen Imbiss zu Mittag. An der Brücke über den Lot nach Süden, dort wo alle Pilger vorbeikommen, steht ein Häuschen in dem zwei Damen alle durchkommenden Pilger mit Stempel, kühlen Getränken und Gebäck beglücken.

Auch ich werde für die Statistik befragt (woher, wohin, wohin heute etc). So erfahre ich, dass gestern ca. 160 Pilger durchgekommen sind. Das sei aber „extraordinaire“. Normal seien 60, sagten die beiden Damen die in dem Häuschen eine Art Freiwilligendienst leisten.

Das Gelände steigt an. Das Grün des Lot- Tales verschwindet, die Landschaft wird weiter und trockener. Ich bin in Südfrankreich. Auf Nebenstraßen erreiche ich Lauzerte, ca. 45 km hinter Cahors. Das malerische Wehrdorf aus dem Mittelalter ist auf einem Berg, der sich ca. 100 Meter hoch aus der Landschaft erhebt.

Also hoch ! In der Tourist-Information oben (bestens organisiert wie überall in Frankreich) erfahre nach mehreren Telefonaten, dass (wie befürchtet) leider alles im Ort ausgebucht ist.

IMG_20180917_182539__01Aber da gäbe es noch ein Gite unten. Ich werde angemeldet, trinke auf dem Marktplatz noch mein Ankunftsbier und mache aus den im Schlussanstieg erkämpften 100 Höhenmetern hinunter zum Quartier wieder einmal warme Felgen.

Ich bin zwar nicht oben in der Altstadt, aber der kleine Pool in dem Gästehaus (Gite) entschädigt dafür. Das haben die dort oben alle nicht, die sich dort in den großen Gemeinschaftsunterkünften drängen !

Ich hab mein eigenes Zimmer und einen Pool. Außer mir ist im Gite noch ein Österreicher und ein Franzose. Den Pool habe ich mir nach 95 Kilometern und wieder 400 Höhenmetern verdient !

Das kalte Bier auf der Terasse zusammen mit den anderen beiden Pilgern schmeckt nach der Hitze des Tages herrlich.

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