Guggenheim is watching you

23. September

 

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Biltzsauber und pünktlich, der Zug nach Bilbao

– Ich starte früh in Guernica. Die Bar unten im Hotel hat noch zu. Frühstück gibt es wie angekündigt daher keines. Aber meinen geliebten Milchkaffee bekomme ich am Bahnhof. Die Stadt ist menschenleer am Sonntag um 8 Uhr am Morgen.

Ich fahre mit dem Zug in das 35 km entfernte Bilbao. Kostet nur 3,40 € mit dem Fahrrad. Alles wieder pünktlich und sauber. Am frühen Sonntagmorgen ist auch im Zug wenig los.

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Das große Los für Bilbao – das Guggenheim – Museum

Heute ist seit Genf, also seit zwei Wochen, der erste Ruhetag. Die Kathedrale ist nur einem Katzensprung vom Bahnhof weg. Sie hat offen und meinen Pilgerstempel bekomme ich auch.

Dann fahre ich am Fluss entlang um erste Eindrücke zu sammeln und zum Wahrzeichen der Stadt, dem Guggenheim- Museum zu gelangen.

Doch wo stelle ich mein bepacktes Fahrrad ab ? Beim Behindertenaufzug im Museum finde ich ein stilles Plätzchen, wo es weitab der Besuchermassen sicher und unauffällig steht. Es sieht fast aus wie eine Kunstinstallation.

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Leichtigkeit aus Metall

Mit diesem Museum, oder sagt man besser Gesamtkunstwerk, hat Bilbao das große Los gezogen.

Innen wie außen eine Sensation. Ich halte mich lange in der Sonderausstellung zur zeitgenössischen chinesischen Kunst auf. Ich bin begeistert, wie Themen der Neuzeit künstlerisch und kritisch verarbeitet werden. Als ich vor einer Videoinstallation stand, spricht mich ein Security-Mann an. Mir gehöre doch das abgestellte Fahrrad und das hätten sie nun nach draußen auf den Vorplatz verfrachtet.

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Noch ahne ich nichts von der Totalüberwachung

Ich bin völlig platt. Totalüberwachung ! Und sie haben mich aus hunderten Besuchern manuell oder automatisiert irgendwo im dritten Stock herausgefischt und dann einen der vielen Security- Leute zu mir geschickt.

Schön, dass ich damit den drögen Arbeitsalltag in der Überwachungszentrale etwas auflockern konnte.

Tatsächlich, jeder aber wirklich jeder Winkel ist per Kamera überwacht, wie mir erst jetzt auffiel. Immerhin haben Sie seit der Abstellung des Fahrrads zwei Stunden gebraucht mich zu finden ….

Später, als ich noch einige Außenaufnahmen vom Museum von der Brücke aus machte, kam ich mit einem Radler aus Deutschland ins Gespräch. Er war gerade mit dem Fahrrad in Santiago und kehrte über die Nordküste zurück hier nach Bilbao, wo seine Reise jetzt endet.

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Ruhetag in Bilbao

Wir quatschen uns fest und Reinhart und ich gehen erst einmal Etwas essen, denn es ist schon Nachmittag.

Reinhart ist 67, war Anästhesist und hat von Horb am Neckar kommend durch Frankreich, den klassischen Camino Frances nach Santiago befahren. Mit dem Weg zurück an der Nordküste sind das 2800 km.

Klar, jeder hat viel zu erzählen, die Schnittmengen sind groß.

Es war ein angenehmer Ruhetag den wir beim Inder beenden. Wir fahren noch ein Stück gemeinsam. Am Stadion von Atletico Bilbao trennen sich dann unsere Wege.

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