Hinterhof….

24. September

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Alles heute grau in grau

– Der Start nach dem Ruhetag erfolgt wolkenverhangen und mit Nieselregen. Ich fahre erstmals in Vollmontur, d.h mit Schuhüberziehern, Regenhose und Regenponcho.

Der Weg führt mich den Fluss hinunter und bald endet auch die Schokoladenseite und das hippe Bilbao.

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70 Cent kostete die Überfahrt

Überall jetzt alte und verfallene Industriebauten, Werften und Hafenanlagen – sozusagen der Hinterhof des heutigen Bilbaos. Dieser Hinterhof will nicht enden.

Ich esse etwas in einer Hafenbar und trinke meinen Milchkaffee – zusammen 2,60 € – auch ein Indikator, dass es der Gegend nicht so gut geht und die Marmorplatten aus dem Zentrum hier noch etwas auf sich warten lassen.

Viele Männer stehen an diesem Montagmorgen in Gruppen vor und in den Bars. Nur eine Werft ist noch in Betrieb, man riecht, daß dort geschweißt wird.

Nach etwa 10 Kilometern ist die Schwebebrücke hinüber nach Portugalete erreicht. Die Puente de Vizcaya quert zwischen Portugalete und Gexto die Mündung des Nervion in den Golf von Biskaya. 1893 eröffnet, ist sie die älteste noch existierende Schwebebrücke. Seit 2006 zählt sie zum Weltkulturerbe der UNESCO.

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Laredo: traumhafte Bucht, aber Feriensilos bis zum Horizont.

Unschwer zu erkennen, daß der Eiffelturm den Bau der Schwebebrücke inspirierte. Es war denn auch ein Schüler von Gustav Eiffel der die Schwebebrücke entwarf.

Der Nieselregen hat bereits aufgehört. Erst nach 15 Kilometern endet die Fahrt am Fluss und ich lasse den modernen Hafen und damit den letzten Ausläufer Bilbaos draussen am Meer hinter mir.

Es folgt wieder das schon bekannte auf und ab.

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Ketten- und Schaltungspflege

Nachdem sich heute morgen die Schaltnickeligkeiten häuften und die Kette nach fast 1700 km nach Öl schreit, stelle ich die Schaltung nach und flute die Kette ordentlich mit Öl.

Seither läuft alles wieder fast rund, nur der Werfer ist, warum auch immer, etwas verbogen, den biege ich morgen noch nach.

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Die Fähre von Laredo rüber nach Santoña wartet schon.

Drei Kamelbuckel, jeweils gut 100m hoch, habe ich überquert. Steil rauf, steil runter, so ist das hier eben. Danach komme ich nach Laredo, dem wohl größten Badeort an der Nordküste. Die Vollmontur von heute morgen habe ich im Laufe des Tages Stück für Stück abgerüstet. Am Schluss fahre ich wieder traditionell mit T-Shirt und kurzer Hose.

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Eine Seefahrt die ist lustig, besonders dann, wenn sich das Wetter im Laufe des Tages so gebessert hat. Im Hintergrund das Ziel Santoña

Laredo ist fast ausgestorben, in den vielstöckigen Appartmenttürmen sind die Rolläden jetzt Ende September schon alle unten.

Fast 5 Kilometer fahre ich an den immer gleichen Feriensilos vorbei. Dann endlich ist das Ende der Landzunge erreicht. Ich nehme die kleine Fähre rüber nach Santoña (3,50 €). Ein Seelenverkäufer, aber der Weg ist kurz und Fahrgäste gibt es ausser mir und meinem Fahrrad sonst keine.

Da ich schon 73 km und 850 Höhenmeter beisammen habe, beschließe ich in der örtlichen Pilgerherberge zu übernachten (12 €).

 

 

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