Motorradspektakel

26. September

IMG_20180926_100918
Weites Land, das Kantabrische Gebirge in der Ferne.

– In dem Zimmer waren 10 Personen, davon zwei Schnarcher. Um 06:30 Uhr war allgemeine Pilgerunruhe. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Mir blieb nichts anderes übrig als dem Exodus zu folgen.

Kurz vor 8 Uhr fahre ich ohne Frühstück auf der Landstraße noch in der Dämmerung. Es ist Ende September und ich bin nun deutlich nach Westen vorangekommen. Außerdem ist es mit 7 Grad sehr frisch. Handschuhe, Jacke und lange Hose sind angesagt. 28 km und 400 Höhenmeter später in San Vincente de la Barquera mache ich Frühstückspause. Auch zwei Bananen und einen Apfel kaufe ich dort als Tagesration gegen drohende Unterzuckerung.

IMG_20180926_145824
Immer wieder stößt die Straße an die Küste

Die heutige Etappe kann für nordspanische Verhältnisse als „Flachetappe“ durchgehen, es sind heute 95 km und 950 Höhenmeter welche gemäßigt auftreten (d.h. nicht mehr wie 5% Steigung) und sich über den Tag verteilen. Zehn Höhenmeter pro Kilometer ist gerade noch ok.

Das Kantabrische Gebirge beginnt erst einige Kilometer weiter im Landesinnern, so daß bis zum Meer Platz für eine vorgelagerte „Ebene“ ist.

IMG_20180926_113437__01
Mit einen Esel geht es auch…

Bei tagsüber Sonnenschein, leeren Landstraßen (N 634), angenehmen 26 Grad und ohne Wind befinde ich mich in der Komfortzone und mache meine Kilometer. Daß die spanischen Autofahrer sich vorbildlich Radfahrern gegenüber verhalten, dazu mehr in einem späteren Beitrag.

Ereignis des Tages sind die zu hunderten mich überholenden bzw entgegen kommenden Oldtimer-Motorräder. Es ist ist das who is who des englischen und europäischen Motorradbaus: BSA, Triumph, Norton, Royal Enfield oder BMW, Moto Guzzi und Ducati um nur einige zu nennen. Die Luft ist erfüllt von dem Geknatter der Motorräder und es riecht nach unvollständig verbranntem Benzin.

IMG_20180926_161822
Ende des Tages in Ribadasella auf der Strandpromenade.

Des Rätsels Lösung findet sich wenige Kilometer weiter. Dort ist ein Sammel- und Wendepunkt. Die Motorräder befuhren immer das gleiche Streckenstück und fuhren dort hin und her….

Ich komme heute bis Ribadesella. Nach der gestrigen Nacht habe ich heute keinen Bedarf nach Pilgerherberge und nehme mir ein Zimmer…

IMG_20180926_133657
Kein romantischer Fischerhafen, nur noch Sportboote in Llanes.

Dadurch, daß es bereits Ende September ist, ist die Quartiersuche überall höchst unproblematisch und war bis auf den einen Sonderfall in Frankreich (Lauzerte mit den 160 Pilgern) immer auf Anhieb von Erfolg gekrönt. Auch dass man nur eine Nacht bleiben will, ist in der Nebensaison kein Thema.

Eine Stunde lang ruhe ich mich auf einer Bank aus und schaue den örtlichen Wellenreitern zu. Danach hole ich mir etwas zum Abendessen. Seeluft macht hungrig.

Werbung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s